Pflegebedürftigkeit

Die Pflegebedürftigkeit oder ein Pflegefall kann in jeder Phase eines Lebens auftreten. Tritt ein Pflegefall auf, so hat dies in der Regel immense Folgen sowohl für die betroffene Person, als auch für die Angehörigen. Im Elfte Buch Sozialgesetzbuch sind die Personen erfasst die durch gesundheitliche Beeinträchtigung der Hilfe anderer benötigen.
Hierbei handelt es sich um Personen, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbstständig bewältigen können. Es muss eine festgestellte Pflegebedürftigkeit entweder auf Dauer, oder voraussichtlich für mindestens sechs Monate, bestehen.

Um Leitungen der Pflegekassen in Anspruch nehmen zu können, muss eigentlich nur ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Nach Antragstellung wird durch die Pflegekasse der Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder ein (e) andere(r) unabhängige(r) Gutachter(in) zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit mit einem Gutachten beauftragt.
Von der Pflegekasse beauftragt, überprüfen der MDK oder andere unabhängige Gutachter, ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit erfüllt sind und welcher Grad der Pflegebedürftigkeit vorliegt. Bei knappschaftlich Versicherten wird das Gutachten durch der Sozialmedizinische Dienst (SMD), bei privat Versicherten durch „MEDICPROOF“ erstellt. Die angemeldete Begutachtung erfolgt in der Regel im häuslichen Umfeld des/der Antragstellers(in) durch eine(n) Gutachter(in), wobei es sich um eine Pflegefachkraft oder Ärztin beziehungsweise Arzt handelt.

Die Begutachtung

Nach einer vorherigen Terminvereinbarung kommt der/die Gutachter(in) in Ihre Wohnung oder Pflegeeinrichtung. Zum Termin soll der Antragsteller eventuell vorhandene Unterlagen (Berichte von betreuenden Diensten, Pflegetagebücher und vergleichbare eigene Aufzeichnungen des Versicherten, ärztliche Unterlagen, derzeitige Medikamente sowie Gutachten und Bescheide anderer Sozialleistungsträger), soweit sie für die Begutachtung erforderlich sind, bereit legen. Ebenfalls sollen zum Termin auch die Angehörigen, Betreuer oder sonstige unterstützende Personen, anwesend sein.

Während des Termins wird sich vom Gutachter, der Gutachterin, des MDK ansehen, wie selbständig jemand ist und welche Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten vorliegen, wobei hier das neue Begutachtungsinstrument zum Tragen kommt. Erst aufgrund einer Gesamtbewertung aller Fähigkeiten und Beeinträchtigungen in den sechs Bereichen der neuen Begutachtung erfolgt die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade.
Die sechs Bereiche der Begutachtung
  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
  • Bewältigung und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Selbstversorgung
  • Die Pflegegrade
    Pflegestufen bis 2016 Pflegegrade ab 2017
    Pflegestufe 0 Pflegegrad 1
    Pflegestufe 1 Pflegegrad 2
    Pflegestufe 1 mit Demenz Pflegegrad 3
    Pflegestufe 2 Pflegegrad 3
    Pflegestufe 2 mit Demenz Pflegegrad 4
    Pflegestufe 3 Pflegegrad 4
    Pflegestufe 3 mit Demenz Pflegegrad 5
    Härtefall Pflegegrad 5
    Die textlichen Inhalte dieser Seite sind in Auszügen sinngemaß und in eigenen Worten geschrieben aus dem Pflegestärkungsgesetz des Bundesministeriums für Gesundheit entnommen.
    Den aktuellsten, originalen und vollständigen Gesetzestext finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit unter www.pflegestaerkungsgesetz.de